WEINGUT

Rheinhessen

Wein & Sekt, Kulinarisches, Events

Ein Türchen wurde bereits geöffnet

Weingut Klosterhof platzt beim ersten Abenheimer Adventskalender-Abend aus allen Nähten

von links: Christoph Lösch, Maria Ahl und Ortsvorsteher Hans-Peter Weiler waren sichtlich erfreut über die vielen Abenheimer und Gäste aus dem Umland, die den Weg zur Eröffnung des 7. Adventskalenders im Weingut Klosterhof gefunden hatten.

von links: Christoph Lösch, Maria Ahl und Ortsvorsteher Hans-Peter Weiler waren sichtlich erfreut über die vielen Abenheimer und Gäste aus dem Umland, die den Weg zur Eröffnung des 7. Adventskalenders im Weingut Klosterhof gefunden hatten.

Von Vera Konersmann. Um Schlag 18 Uhr füllte sich vergangenen Montag der Innenhof des Weinguts Klosterhof, zahlreiche Gäste waren zur Eröffnung des Abenheimer Adventskalenders 2014 gekommen, um sich gemeinsam mit Freunden und Familie bei Kinderpunsch, Glühwein und Leckereien auf das nahende Weihnachtsfest einzustimmen. Während des offiziellen Teils sah man Maria Ahl, Christoph Lösch, dem Ortsvorsteher Hans-Peter Weiler und dem 1. Vorsitzenden des GDAV Rainer Kloster direkt an, dass sie sehr erfreut waren, dass auch die siebte Adventskalender-Aktion großen Zuspruch in der Bevölkerung findet.

Ein herzlicher Dank galt allen Teilnehmern sowie den Abenheimer Winzern, die an den 24 Abenden den Glühwein kostenlos für die gute Sache bereitstellen.

Denn auch in diesem Jahr wird der Erlös des Abenheimer Adventskalenders zu Gunsten der Kinder und Jugendlichen in der Gemeinde verwendet. Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Wormser Jagdhornbläser, Ingeborg Henny mit ihrer Band Dry Light sowie die Kinder der katholischen Kita St. Hildegard.

Ortsansicht von Abenheim

Die Wonnegaustraße in Worms-Abenheim

Ein Film von Nadine Bühler

Die rheinhessische Gemeinde Abenheim zählt rund 2700 Einwohner und gehört seit 1969 zur Stadt Worms. Der Ort liegt beschaulich im südlichen Wonnegau – neun Kilometer entfernt vom Zentrum der Nibelungenstadt. Abenheim geht auf eine fränkische Gründung zurück und wurde 774 erstmals urkundlich erwähnt. Über 70 Prozent der Abenheimer sind katholisch, weshalb die Gemeinde auch den Spitznamen "Klein-Rom" trägt.

Spannendes aus der Heimatchronik

 
Von Ulrike Schäfer

BOHNENFEST II Rundgang durch Abenheim mit Weinverkostung und Einblicken in die Ortsgeschichte

ABENHEIM - „Abenheim – mehr als Stein und Wein“: Der Titel dieser Führung am ersten Abenheimer Bohnenfest lockte nicht nur Auswärtige, sondern auch Einheimische an, denn was der um Einfälle nie verlegene Winzer und Weinbotschafter Christoph Lösch aus der Heimatchronik und anderen Quellen über sein Heimatdorf zusammengestellt hatte, dürfte auch manchem Abenheimer nicht unbedingt bekannt gewesen sein.

Keine zwei Kilometer lang war die Führung, aber sie dauerte gut zwei Stunden, weil es nicht nur viel zu erzählen, sondern auch viel zu verkosten gab. An sechs Stationen warteten junge Winzer und Winzerinnen und kredenzten ihre Weine, und die teilnehmenden Gäste wurden zunehmend fröhlicher.

 

Christoph Lösch startete am Heimatmuseum mit einem Überblick über die Zusammensetzung der Abenheimer Bevölkerung, die im leichten Wachstum begriffen ist. Halt machte er vor der ehemaligen Essigkammer in der Straße An der Kirche. Gegenüber befand sich früher die Speisegaststätte „Zum Rebstock“ der Familie Rödinger, die sich weit und breit großer Beliebtheit erfreute.

In der Kirschgartenstraße/ Ecke Belzgasse beim Weingut Klosterhof warteten zwei Bäuerinnen wie aus dem Bilderbuch (Hermine Fuchs und Birgit Steinfurth-Aumann) und boten in einem „Plugskarch“ (Pflugkarren) „Krumbeere“, „Gele Riewe“, Zwiebel, Äpfel, frische Eier und natürlich Bohnen an. Abenheim habe über Jahrhunderte zur Dalberg‘schen Herrschaft gehört, berichtete Christoph Lösch. Erst 1820 kamen die Bauern in den Genuss eigener Äcker, brachten es aber rasch zu beträchtlichem Wohlstand. Je höher die Hoftore waren, um so wohlhabender waren sie, denn sie hatten die höchsten Erntewagen, erläuterte Lösch. Ein weiteres Indiz für Reichtum waren die Kuhkapellen; Georg Boxheimer III. hatte mit acht Säulen die größte.

 

Wo die Kirschgartenstraße auf die Fronstraße stößt, stand ehemals die Weinsheimer Pforte, die 1925 abgebrochen wurde. Dahinter lag der Entenpfuhl. Die „Karawane“, so Lösch humorvoll, zog jedoch weiter zur ehemaligen Weißbäckerei in der Welschgasse, die einst ein Fachwerkhaus gewesen war. Schräg gegenüber hatte die Giftmischerin Margarethe Jäger gewohnt, die fast ihre ganze Familie ausrottete. 1835 wurde sie in Mainz enthauptet.

Neben der heutigen Klausenbergapotheke war die Schuhmacherei Scheuer; der jüdischen Familie gelang 1939 im letzten Moment die Ausreise. In der Welschgasse soll es heute noch eine Mikwe geben, wird gemunkelt; von der Judenschule, später Synagoge, in der Wonnegaustraße ist nichts mehr zu sehen. Im Nachfolgebau residierte einst die Post.

Im Boxheimer Hof stieg die Gruppe in den gepflegten Eiskeller hinab, in dem in schönen Holzfässern der Wein reift. Früher befand sich auf diesem Anwesen das Gasthaus „Zum Fässchen“ mit Brauerei.

Das Rathaus von 1718, noch heute eines der schönsten Häuser Abenheims, wurde in einer Zeit gebaut, als kein Geld in der Gemeindekasse war. Deshalb wurde das Erdgeschoss erst einmal an einen Schmied, einen Wiedertäufer, verpachtet. Ab 1798 war hier die Feuerwehr untergebracht, in späteren Jahren diente es zeitweise als Schule.

Die unterhaltsame Tour endete beim Weingut Cleres Am Amthof. Ortsvorsteher Hans-Peter Weiler begrüßte hier auch die Vertreter des Stadtmarketings, Kai Hornuf und Hans Georg Pilz, die die Wormser Stadtteile zur Teilnahme am Rheinhessen-Jubiläum inspiriert hatten.

Kräuterwanderung in Worms-Abenheim: Christoph Lösch führt zu „Fetter Henne“ & Co.

 
Von Bea Witt

ABENHEIM - „Durch das Frühlingswetter im März hat die Natur in diesem Jahr drei Wochen Vorsprung“, wusste Kräuterexperte Christoph Lösch den Besuchern zu Beginn der Kräuterwanderung zu berichten. „Das heißt, die Maikräuter, wie Waldmeister, sind schon da und der Bärlauch, der rheinhessische Knoblauch, blüht auch schon.“

Über circa zwei Kilometer führte die Wanderung am Samstag unter dem Motto „Kräuterwandern im Wonnegau – Kultur & Genuss“ ins Reich der Wildkräuter am Abenheimer Klausenberg. „Es ist der einzige Beitrag im Stadtgebiet Worms zum ,Deutschen Weinwanderwochenende’, das vom Deutschen Weininstitut (DWI) in allen 13 deutschen Anbaugebieten durchgeführt wird“, informierte Lösch. Der Winzermeister vom Weingut Klosterhof führte die beliebte Veranstaltung bereits im neunten Jahr durch.

 

1400 verschiedene duftende Pflanzen

Mit Sekt zur Begrüßung im rustikalen Ambiente der Gartenlaube seines selbst angelegten Kräutergartens, der inzwischen zu den schönsten der Region gehört, startete ein ereignisreicher Nachmittag. „Bei der Beschäftigung mit dem Jakobspilgerweg bin ich auf die Kräuter gekommen“, betonte Lösch. Jetzt sind rund 1400 verschiedene duftende Kräuter im Garten zu finden, darunter das belebende „Colakraut“ oder das wohlschmeckende „Lakritzkraut“, die Süßdolde. Lösch erklärte auch die Symbolik der Gartenanlage mit Schöpfbrunnen, den er „Quelle des Lebens“ nennt, und dem Granatapfelbaum, der an das Paradies erinnern soll.

 

Die Besucher waren begeistert vom Fachwissen Löschs und den vielfältigen Informationen, die er witzig und unterhaltsam verpackte, und stellten zahlreiche Fragen. „Viele Kräuter kennt man nicht und hat dementsprechend nicht den Mut, sie zu verwenden“, sagte eine Teilnehmerin aus Horchheim. Von Lösch bekamen sie Tipps zum Verzehr von Kräutern und erfuhren, wie die weiße Taubnessel, der Wald-Geißbart, die „Fette Henne“ (Mauerpfeffer) oder der Giersch verwendet werden können und dass die Apfelminze auch eine Heilpflanze ist.

Als Mitglied im Verein zur Erhaltung seltener Nutzpflanzen stellte Lösch alte Obstbaumsorten vor und weihte die Besucher mit dem Maulbeerbaum, den Napoleon „gebracht“ habe, in die „Geheimnisse der Seidenstraße“ ein. Während die Gäste den Ausführungen lauschten, ernteten die Köche Dirk und Sebastian Rödiger vom Catering „Die Landküche“ frische Kräuter aus Löschs Garten. Denn am Abend präsentierten sie zum Abschluss des Tages im gemütlichen Weingewölbe des Weingutes Klosterhof ein Kräutermenü mit fünf Gängen, zu dem die passenden Weine gereicht wurden. Gesammelt worden waren Löwenzahn für den Spargelsalat, Bärlauch für das Porree-Süppchen, Knoblauchsrauke für das Lachsfilet, Vogelmiere für die knusprige Maispoularde und fürs Dessert, eine Süßbirne in Mandelcreme, wurde die Süßdolde mit ihrem anisähnlichen Geschmack gebraucht.

Doch zunächst marschierten die Wanderer bei sonnigem Wetter ins Reich der Wildkräuter am Klausenberg, entdeckten mit Lösch die Vogelmiere, die reich an Vitamin C ist, den wilden Weinbergslauch aber auch die ungenießbare „Stinknessel“. Hoch oben an der St. Michaels-Kapelle erfuhren sie nicht nur Wissenswertes zu deren Geschichte, sondern wurden vom DWI auch mit einem spendierten Glas Wein belohnt.

Der etwas andere Fragebogen

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Diesen Monat: Christoph Lösch

KURZBIO Als Christoph Bernhard Lösch vor 41 Jahren in Worms das Licht der Welt erblickte, war ihm seine berufliche Zukunft quasi schon in die Wiege gelegt, denn seine Eltern führten in Worms-Abenheim das Weingut Lösch. Christoph Lösch ist heute selbst gelernter Winzermeister und überdies sehr erfolgreich dabei, rheinhessischem Wein die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die er verdient. Ein Baustein hierzu ist die Vinothek in Alzey. Im letzten Jahr wurde die Rheinhessen-Vinothek eröffnet, mit dabei sind 50 Winzer aus dieser Region. Anfang Oktober dieses Jahres wurde die Geschäftsführung für den beliebten Laden am Roßmarkt an drei Winzer übertragen, einer von ihnen ist der Abenheimer. In sein eigenes Weingut lädt er zu kulinarischen Abenden, die mal deftig, süß oder auch vegetarisch sein können. Darüber hinaus beteiligt er sich auch an der Kinoreihe „Kinowelt Worms – kulinarisch“. In der ihm verbleibenden Freizeit widmet er sich ausgiebig seinem Kräutergarten im Klosterhof Lösch, der des Öfteren am „Tag der offenen Gärten“ besuchbar ist, oder beschäftigt sich mit Geschichte. Christoph Lösch ist auch Teil der Marktwinzer, die seit letztem Jahr den Wochenmarkt um eine Attraktion reicher gemacht haben.

Was macht einen guten Wein aus?
Leidenschaft und das Streben nach dem perfekten Genuss. Aber jeder hat einen eigenen Geschmack, was „seinen guten Wein“ ausmacht. Schlimm finde ich, nicht selbst auf seinen Geschmack zu hören und dem Geschmack anderer zu folgen. Der beste Wein ist immer der aus der Region, wo ich mich gerade befinde. Da passt das Gesamtkonzept.

Welche Weine sind Deine persönlichen Favoriten (sowohl rot als auch weiß)?
Das kommt gerade auf den Moment im Leben an. Ich persönlich bevorzuge weiße Weine im feinherben Bereich… aber wie gesagt, manchmal schreit das Leben nach einem Rotwein!

Wie würdest Du Deinen Arbeitsstil beschreiben? 
Ich habe keinen Stil. Ich lasse es auf mich zukommen und versuche, alles zu meistern wie es kommt und mein Bestes zu geben. Perfekt kann man nie überall sein. Und die Natur ist der beste Lehrer!

Wie entspannst Du Dich? 
Mit Freunden einen tollen Ausflug in ein Weinbaugebiet machen, Essen und Trinken, gemeinsam was ansehen und am Abend nach Hause kommen.

Was ist das Geheimnis eines gelungenen Kräutergartens? 
Jeder Garten ist ein Stück vom Paradies und er spiegelt die Persönlichkeit des Gärtners/ Besitzers wieder. Schlimm sind Gärten, die von Profis für die Besitzer angelegt wurden und diese nicht miteinander kommunizieren. Beim Gang durch meinen Garten entdecke ich täglich mich und meine Welt. Wenn ich durch Wohngebiete laufe und mir die Vorgärten betrachte, überlege ich mir manchmal, ob ich die Menschen in diesem Haus kennenlernen möchte…

Du wirst zu einer Reise eingeladen und darfst das Ziel bestimmen. Wohin würde die Reise gehen und warum? 
Nach Rheinhessen… da ich ungern verreise und am liebsten hier bin. Da bin ich Mensch, hier kann ich sein. Jeder wie er es mag, auch wenn es etwas bieder klingt!

Du darfst der Bundeskanzlerin drei Tipps geben, was würdest Du ihr raten? 
Ich würde mir nie erlauben, einer anderen Person was zu raten, wovon ich keine Ahnung habe! Jeder gibt sein Bestes im Job und verdient dafür Anerkennung! Egal was andere denken. Ich wollte den Job nicht.

Was macht die Schönheit Rheinhessens aus?
Die Menschen! Ich liebe Rheinhessen und Worms mit allem… das Gesamtkonzept stimmt, auch wenn vieles nicht perfekt ist. Keine andere Region ist derzeit so in Bewegung wie unsere und das in allen Bereichen Rheinhessens.

Was findet man bei Dir immer im Kühlschrank? 
Frischmilch… Das Geheimnis schöner Männer!

Gibt es etwas, was Du am Beruf des Winzers nichts magst? 
Die ganze Bürokratie, aber was sein muss, muss sein.

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